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Babys pucken gefährlich? Fehler vermeiden & richtig pucken

Babys pucken gefährlich?

Viele Babys haben Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen. Besonders unruhige Kinder können frisch gebackene Eltern an ihre Belastungsgrenze bringen. Abhilfe soll beim wichtigen Thema Schlaf das sogenannte Pucken bieten.

Babys pucken: Was ist das eigentlich? Und welche Funktion soll es erfüllen?

Das Pucken ist eine traditionelle Wickeltechnik mit einem leichten Stofftuch, die speziell bei Neugeborenen sowie Babys in den ersten Lebenswochen und -monaten angewendet wird.

Durch das Einwickeln entsteht ein wohlig-warmes Enggeefühl. Dies soll die natürliche Begrenzung im Mutterleib nachahmen und den Kindern Geborgenheit schenken. Die Babys beruhigen sich schneller und finden leichter in den Schlaf.

Babys zu pucken soll zudem den sogenannten Moro-Reflex abmildern. Bei diesem frühkindlichen Verhalten schreckt das Kind ruckartig auf und spreizt die Arme zur Seite. Auslöser können verschiedene äußere Reize sein, der Reflex kann aber auch im Schlaf hervorgerufen werden. Babys wecken sich dadurch häufiger von alleine auf.

In vielen Ländern ist Babys pucken auch heute noch weit verbreitet. Diese Wickelmethode stößt jedoch zunehmend auf Kritik – insbesondere von Seiten der Kinder- und Jugendärzte.

Wie puckt man ein Baby?

Beim Pucken gibt es verschiedene Techniken. Eine einfache Möglichkeit besteht darin, das Pucktuch mit einer Spitze nach oben auszubreiten. Die obere Spitze hält das Kind dann bspw. auch im Nacken warm. Die obere Spitze kann aber auch nach unten geklappt werden.

Nun wird die rechte Seite des Pucktuches über das Baby umgeschlagen und unter seinen Rücken gesteckt – bitte ohne Falten!

Die untere Spitze des Tuches wird nun nach oben auf die Brust des Babys umgeschlagen. Dies darf nicht zu fest geschehen, damit die Beinchen genug Strampelfreiheit haben.

Zum Schluss wird die linke Tuchseite rechts hinübergezogen und hinter dem Rücken des Babys festgesteckt.

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Warum kann das Pucken Babys gefährden?

Beim Pucken werden die Babys so in das Stofftuch gewickelt, dass die Bewegungsfreiheit von den Schultern abwärts eingeschränkt ist.

Ärzte kritisieren speziell das Wickeln bei gestreckten Beinchen. Dies, so die Experten, könne die natürliche Entwicklung der kindlichen Hüfte negativ beeinträchtigen und Fehlstellungen fördern.

Ein zu enges Wickeln berge zudem das Risiko, dass die Atmung behindert oder Nerven eingeklemmt werden.

Wird das Baby – gerade im Sommer – zu dick eingewickelt, droht eine Überhitzung.

Da Babys nur in Rückenlage gepuckt werden sollen, ist auf Dauer außerdem eine Abplattung des Hinterkopfes nicht auszuschließen.

Babys pucken: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Rasche Beruhigung sehr unruhiger Kinder.
  • Einfacheres Einschlafen.
  • Leichteres Anpassen von Frühchen an ihre Umwelt.
  • Der frühkindliche Moro-Reflex wird abgemildert.

Nachteile

  • Das Pucken von Babys mit gestreckten Beinen kann zu Fehlbildungen der Hüfte führen.
  • Bei zu engem Wickeln droht eine Beeinträchtigung der Atmung und das Einklemmen von Nerven.
  • Auf Dauer Abplattung des Hinterkopfes.
  • Mögliche Überwärmung – gerade im Sommer.
  • Zu langes Pucken führt zu einer Gewöhnung und folglich zu einer schwierigeren Entwöhnung.
  • Das Pucken vermittelt Geborgenheit, jedoch nicht den direkten Körperkontakt mit den Eltern.

Wenn pucken, dann richtig: Tipps & Expertenempfehlung

Trotz zahlreicher Kritik von Kinderärzten halten viele Hebammen nach wie vor am Pucken fest. Richtig angewendet sei diese Wickeltechnik eine gute und hilfreiche Methode, um sehr unruhige und Schreibabys zu beruhigen. Wer richtig pucken möchte, sollte jedoch einige Punkte beachten.

  • Eine Anleitung zum Pucken von einer erfahrenen Hebamme zeigen lassen.
  • Nicht zu lange am Stück pucken: Einige Fachleute empfehlen, nur zum Schlafen zu pucken oder bis sich das Kind beruhigt hat – nicht den ganzen Tag.
  • Um Babys zu pucken, nur leichte, atmungsaktive und dehnbare Pucktücher verwenden. Gut geeignet sind zum Beispiel Stoffwindeln oder Baumwolltücher* in der Größe 80 x 80 oder 120 x 120 Zentimeter.
  • Das Baby unter dem Tuch leicht oder nur mit Windel bekleiden.
  • Beim Wickeln nur Arme und Oberkörper etwas enger in das Tuch schlagen, Hüfte und Beinchen ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. Dies beugt Fehlbildungen der Hüfte vor, da so die empfohlene Sitzhockstellung möglich ist.
  • Gepuckte Babys nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Zu enges ebenso wie zu lockeres Wickeln vermeiden. Auch lose Stoffenden können das Baby gefährden, zum Beispiel, wenn sie versehentlich über das Gesicht rutschen.
  • Nach zwei bis drei Monaten nicht mehr pucken. Sobald Babys agiler werden, können sie sich zur Seite oder auf den Bauch drehen. Im Pucksack droht das Ersticken! Bei älteren Babys behindert das Pucken zudem schlicht den Bewegungsdrang.
  • Ausschließlich in Rückenlage pucken.
  • Nicht alle Babys mögen das Pucken. Meldet das Baby Protest an: Unbedingt bleibenlassen!

Pucken mit Pucksack

Wer mit Blick auf die richtige Technik beim Pucken unsicher ist, kann auf einen Pucksack zum Schlafen zurückgreifen. Ein solcher Sack bietet eine gemäßigtere Form des Puckens. Er verfügt über breite Bündchen, die dem Baby am Oberkörper das gewünschte Begrenzungsgefühl vermitteln. Zugleich haben Hüfte und Beine ausreichend Bewegungsfreiheit. Die Arme bleiben meist frei. Auch hier gibt es jedoch unterschiedliche Modelle.

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Alternativen zum Pucken

Das Pucken soll Babys beruhigen und ihnen das Gefühl von Geborgenheit schenken. Am besten wird dieses Gefühl jedoch in unmittelbarem Kontakt mit den Eltern vermittelt. Eine sehr gute Alternative zum Pucken ist daher die Verwendung eines Tragetuches oder einer Babytrage.

Auch bei diesen Methoden ist das Kind eng von Stoff umgeben, spürt jedoch zugleich die beruhigende Nähe der Mutter oder des Vaters. Weitere Vorteile: Die Eltern behalten ihr Kind stets im Blick. Gerade im Sommer können sie mit der Hand im Nacken des Babys zudem rasch dessen Körpertemperatur überprüfen.

Sowohl im Tragetuch als auch in einer Babytrage sitzt das Kind in der Sitzhockstellung. Diese wird von Ärzten empfohlen, um die optimale Entwicklung der kindlichen Hüfte zu unterstützen.

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Fazit

Pucken ist heute nach wie vor eine bewährte Methode zur Beruhigung sehr unruhiger Babys. Richtig angewendet und unter Beachtung der genannten Voraussetzungen leistet es vielen Eltern hilfreiche Dienste, insbesondere den Eltern von Frühgeborenen.

Besonders wichtig ist es daher, sich die richtige Puckanleitung von Fachleuten erklären zu lassen und sie gemeinsam zu üben.

Wer auf das Pucken verzichten möchte, findet in Tragetüchern oder guten Babytragen hilfreiche und sinnvolle Alternativen.

Weiterführende Informationen zum Thema Babys pucken


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