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Babykekse im Test: Zu viel Zucker für die Kleinen

Baby und Kinderkekse im Test

Ein bisschen naschen kann doch keine Sünde sein, oder? Sobald die ersten Zähnchen da sind, haben viele Eltern das Bedürfnis, ihrem Nachwuchs auch geschmacklich etwas Gutes zu tun. Und weil zu viel Zucker nicht gesund ist, greifen Mama und Papa gerne auf Baby- und Kinderkekse zurück – im festen Glauben, damit alles richtig zu machen. Die Experten des Magazins Öko-Test kommen in ihrem Babykekse Test leider zu einem ganz anderen Ergebnis.

Im Test: Sechs verschiedene Kekse für Babys und Kleinkinder

In seiner Februar-Ausgabe 2019 hat sich Öko-Test sechs verschiedene Kinder- und Babykekse genau angeschaut, darunter vier Bio-Produkte. Die Babykekse im Test stammten von bekannten Marken wie Alnatura, Alete und Hipp ebenso wie aus Drogeriemärkten.

Die Deklaration weist die Kekse zum Teil für Kinder ab sechs Monaten aus, andere sind laut Herstellerangaben für Babys ab acht beziehungsweise ab zwölf Monaten geeignet. Die Preisspanne je 150 Gramm Gewicht reicht von 1,13 Euro bis 2,99 Euro.

Im Fokus der Tester stand insbesondere der Zuckergehalt der Kinderkekse, außerdem eine mögliche Belastung mit Mineralöl und Fettschadstoffen. Auch die Verwendung von Aromen sowie anderer künstlicher Zusätze wurde untersucht.

Viel zu viel Zucker in allen Babykeksen

Das Ergebnis ist aus Sicht von Öko-Test geradezu erschreckend. Fünf von sechs Babykeksen im Test fielen mit der Note „ungenügend“ komplett durch.

Nur ein einziges Produkt erreichte die Bewertung „ausreichend“. Die Babylove Bio Dinkel-Butter-Kekse von DM schnitten damit im Test vergleichsweise noch am besten ab.

Aber warum ist das Test-Ergebnis so niederschmetternd? Dafür ist aus Sicht der Experten vor allem der extrem hohe Zuckergehalt der Kekse verantwortlich. Dieser liegt bei bis zu 26,4 Gramm pro 100 Gramm.

Dass zugleich vier der Produkte schon für Babys ab sechs beziehungsweise ab acht Monaten deklariert sind, verschärft die Situation aus Sicht von Öko-Test noch weiter. Diese Babykekse erhielten im Test unter der Rubrik „weitere Mängel“ eine Abwertung.

Zusätzliche Infos: Zucker in der Kinderernährung

Nichtsdestotrotz seien auch die Kekse für Kinder ab einem Jahr im Verhältnis viel zu süß. Durch diese Überzuckerung werde nicht nur der Appetit auf Süßes viel zu früh gefördert, sondern zugleich das Kariesrisiko enorm erhöht.

Mineralöl & Fettschadstoffe in fast allen Kinderkeksen

Als Schlusslicht sehen die Experten ganz klar den Alete Kinderkeks. Er weise nicht nur die höchste Menge an Zucker aus, sondern eine sehr stark erhöhte Menge an Mineralöl-Rückständen; außerdem diverse zugesetzte künstliche Vitamine und  Aroma.

Die Mineralöl-Rückstände können nach Angaben von Öko-Test über die Verpackung auf die Kinderkekse übergehen oder diese bereits in der Produktion verunreinigen, etwa dadurch, dass Rohstoffe mit Schmierölen in Kontakt kommen.

Als einzige Kekse nicht mit Mineralöl belastet sind laut Test-Ergebnis die Alnatura Dinkel Kekse Bioland. Dafür waren die Fedschadstoffe sehr stark erhöht. Auch dieses Produkt fällt letztlich aber in die Kategorie „ungenügend“.

Übersicht gefundener Schadstoffe:

  • gesättigte Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH (Mineralöl-Rückstände); MOSH: können sich im Körper anreichern; in Tierversuchen als organschädigend aufgefallen; POSH: genaue Erkenntnisse liegen noch nicht vor, stehen im Verdacht, ebenso schädlich zu sein.
  • Fettschadstoffe: in Palmöl und Palmfett enthalten. Bei der Aufspaltung im Magen-Darm-Trakt entstehen die Substanzen Glycidol (erbgutschädigend, möglicherweise krebserregend) und 3-MCPD (in Tierversuchen organschädigend, in hohen Dosen Auslöser gutartiger Tumore)

Kekse für Babys & Kleinkinder im Test: Die Ergebnisse im Überblick

Testergebnis: „ausreichend“

  • Babylove Bio Dinkel-Butter-Kekse (DM)

Testergebnis: „ungenügend“

  • Alete Kinderkeks
  • Bebivita Bärenkeks
  • Alnatura Dinkel Kekse, Bioland
  • Hipp Baby Keks
  • Holle Bio-Babykeks Dinkel, demeter

Kekse für Babys und Kleinkinder – Tipps der Tester für gesünderes Naschen

  • Generell gilt: Süßigkeiten sollten Kinder so spät wie möglich bekommen – Babys gar nicht. Kinder werden sonst zu früh auf „süß“ gepolt. Zucker schadet den Zähnen und fördert Karies.
  • Beim Kauf sollten Eltern unbedingt einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Je weniger Zucker drin ist, umso besser.
  • Lieber Butter statt Palmöl: Denn Palmöl kann krebsverdächtige Fettschadstoffe enthalten.
Die kompletten Ergebnisse zum Babykekse Test und den gesamten Artikel könnt ihr Heft 04/2019 oder auf der Homepage von Öko-Test (Bezahlangebot) nachlesen.

Babykekse ohne Zucker? Am besten selber backen!

Schaut man sich das Angebot an, bleibt Eltern eigentlich nur eine Möglichkeit. Selber backen! Es finden sich viele Rezepte für Babykekse ohne Zucker im Internet. Eine kurze Suche genügt und die Vielfalt der Babykeksrezepte steht einem offen. So ist die Familie auch nicht mehr auf die kommerziellen Angebote aus dem Babykekse Test angewiesen.


Beitragsbild: © depositphotos.com – Laboko


 

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