Öko-Test, Testberichte
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Kinderschuhe – Schadstoffe in allen getesteten Modellen

In ihrer aktuellen Ausgabe 04/2015 hat die Zeitschrift Öko-Test 13 verschiedene Paare Sneaker und Halbschuhe untersucht. Das Ergebnis ist katastrophal. In allen Kinderschuhen wurden große Mengen an Schadstoffen gefunden. Bis auf Richter Schuhe (Gesamturteil „befriedigend“) erhielten alle anderen Anbieter für ihre Modelle ein „mangelhaft“! Es wurden sowohl günstige Schuhe von C&A für 15 Euro als auch teurere Marken wie Ecco, Geox oder Pololo (94,95 Euro) genauer untersucht.

Für ihren Test kaufte Öko-Test 13 Modelle ein. Darunter waren Kinderschuhe in den Größen 27 bis 30, für Mädchen wie für Jungen, in einer Preisspanne von 15 bis 94,95 Euro. Alle Modelle wurden einem Praxistest unterzogen. Halten die Schuhe in typischen Alltagssituationen wie beim Spielen auf Spielplätzen oder beim Rennen über Asphalt und spitzen Steinen? Geprüft wurden auch die angegebenen Schuhgrößen. Wichtig für das Gesamtergebnis war zudem die Prüfung der Inhaltsstoffe im Leder und in den Kunstoffanteilen der Schuhe.

Schadstoffe in Kinderschuhen scheinbar normal

Während die Testergebnisse der Praxisprüfung noch „sehr gut“ (z.B. Sneaker high, Velour, rock von Richter Schuhe; Elefanten Aygo Ayk von Deichmann) und „gut“ ausfielen (Ausnahme: „mangelhaft“ für Denim Wear von C&A), waren die Testergebnisse zu den Inhaltsstoffen geradezu beängstigend! Nur ein Anbieter (Richter Schuhe) erreichte ein „mangelhaft“, alle anderen kamen über ein „ungenügend“ nicht hinaus.

Egal, ob günstig oder teure Marke. In allen Kinderschuhen fanden die Tester Schadstoffe, „teilweise sogar in stark erhöhten Gehalten“ (Öko-Test)

In neun Schuhmodellen wurde Anilin nachgewiesen, ein unter Krebsverdacht stehender Farbstoffbestandteil. Öko-Test bemängelte zudem in neun Modellen PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), die schlimmstenfalls krebserregend sein können. Grund hierfür sind zumeist billige Weichmacheröle. Diese sind ein Abfallprodukt in der Kohle- und Erdölindustrie, so Öko-Test. In den Bären-Schuhen von Deichmann, den Sneakern von Bellybutton und Lurchi von Salamander waren diese sogar stark erhöht.

Auch das untersuchte Leder war nicht schadstofffrei. Hier fanden die Tester hautreizende Konservierungsstoffe. Zudem wurde in fast allen Kinderschuhen Chrom festgestellt, das über das Abwasser Meere und Flüsse belastet.

Einziger Lichtblick, so Öko-Test: In keinem der Kinderschuhe wurde das krebserregende Kontaktallergen Chrom VI festgestellt.

Reaktionen der Hersteller:

Anbieter C&A reagierte sofort auf die Testergebnisse und nahm die Denim Wear Kindersneaker, in deren Applikationen auch noch das Nervengift Blei gefunden wurde, aus dem Verkauf.

Öko-Test-Tipp:

Kinder sollten in Schuhen längere Socken tragen, um den direkten Kontakt mit den Schadstoffen in den Schuhen zu vermeiden.

Der Orthopäde und Sportmediziner Dr. Carl Heinz Ullrich empfiehlt gegenüber Öko-Test zudem, so oft es geht barfuß zu laufen. Dies stärke die „Muskulatur und Koordination der unteren Extremitäten.“

 

Die kompletten Ergebnisse und den gesamten Artikel könnt ihr auch im aktuellen Heft 04/2015 (4,50 Euro) oder auf der Homepage von Öko-Test (Bezahlangebot) nachlesen.

Bild: Pixabay

1 Kommentare

  1. Ergänzungshinweis:

    Inzwischen hat die Zeitschrift ÖKO-Test in der Aprillausgabe 2016 auch Kinder-Hausschuhe eine gründlichen Untersuchung unterzogen.
    Das Ergebnis fällt auch im Bereich der Kinderhausschuhe ähnlich schlecht aus, da diverse Schadstoffe bei den geprüften Modellen gefunden wurden.
    Lediglich ein Modell der Marke Nanga aus Baumwolle und ein Modell der Marke HAFLINGER wurden mit „Sehr Gut“ und „Gut“ bewertet.

    Es ist also scheinbar nicht so einfach, für Kinderfüße unbedenkliche Schuhe zu finden

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