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Sprachentwicklung

Ab wann sprechen Kinder?

Zuletzt aktualisiert

8. März 2023

Kategorie

Kind

Sprachentwicklung: Ab wann sprechen Kinder?

Ab wann sprechen Kinder? Das fragen sich viele Eltern.

Zuallerst: Die Entwicklung von Kindern ist kein Wettbewerb und so ist es auch mit der Sprachentwicklung. Jedes Kind lernt auf seine Weise sprechen. Vergleiche mit anderen Kindern und Druck von Seiten der Eltern sind kontraproduktiv. Es gibt aber gewisse Anhaltspunkte, die dir zeigen können, ob dein Kind auf dem richtigen Weg ist.

Tipp: Genieße einfach diese Zeit der lustigen Wortkreationen und den Beginn einer ganz neuen Beziehung zu deinem Nachwuchs.

Ab wann sprechen Kinder? Das Wichtigste in Kürze:

Wann fangen Kinder an, zu sprechen?

Kinder kommen auf die Welt, die Lunge entfaltet sich, sie holen zum ersten Mal Luft und beglücken ihre Eltern mit einem kräftigen Schrei. So zumindest die Idealvorstellung vieler Menschen. Damit hat auch die Sprachentwicklung begonnen.

Schon im Bauch der Mutter, fängt das Kind ab dem dritten Schwangerschaftsmonat an zu hören. Das funktionierende Gehör bildet die wichtigste Grundlage für das Sprechen.

Auch wenn die Geräusche von außen nur gedämpft bei deinem Kind ankommen, kann es im Laufe der Schwangerschaft bekannte Stimmen von unbekannten unterscheiden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Neugeborene sogar häufig im Bauch vorgelesene Geschichten oder gesungene Lieder wiedererkennen.

Einmal auf der Welt, sind nahe Bezugspersonen wie Eltern und Geschwister die wichtigsten Vorbilder für die Sprachentwicklung.

Babys beginnen, neben dem Schreien, schon früh mit einer undifferenzierten Lautproduktion. Sie machen blubbernde oder gurrende Geräusche, die später in Laute und Silben wie ba-ba-ba und da-da-da übergehen.

Dein Kind versucht dich bereits zu imitieren und experimentiert mit Zunge, Lippen und Zähnen.

Meilensteine – Wann Kinder im Durchschnitt wie viele Wörter sprechen

Für die physiologische Sprachentwicklung teilen Kinderärzte die ersten Lebensjahre in Phasen ein. Das sind aber nur Durchschnittswerte zur Orientierung.

Trotzdem wird jedes Kind ganz individuell angesehen und du solltest Ruhe bewahren und mit dem Kinderarzt sprechen, wenn dein Kind einen dieser Meilensteine nicht zu erreichen scheint.

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Hier stellen wir dir die Meilensteine in der Übersicht vor:

1. bis 6. Woche: Schreiperiode

  • Weinen
  • Laute, die Hunger, Unzufriedenheit, Schmerz, Wohlbehagen oder Freude ausdrücken können.

6. Woche bis 6. Monat: Erste Lallperiode

  • Von Gurren und Blubbern zu isolierten Silben (dadada)
  • Ausgelöst durch eigenen und fremden Stimuli: Sehen, Hören und soziale Interaktion
  • Auch taube Babys lallen in diesem Alter
  • Alle Kinder in diesem Alter benutzen Laute, die in ihrer Muttersprache eventuell nicht vorkommen. Daher liegt es nahe, dass das erste Einsetzen der Sprachmuskulatur angeboren ist.

6. bis 9. Monat: Zweite Lallperiode

  • Erste Bildung der Muttersprache durch typische Laute, Betonung und Intonationsmuster

8. bis 9. Monat: Erstes Sprachverständnis

  • Dein Kind fängt an zu begreifen, das Worte etwas bedeuten können.

9. bis 12. Monat: Nachamung von Lauten

  • Dein Kind ahmt bewusst Laute und Silben nach
  • Es entstehen erste erkennbare Worte, die du Menschen, Tieren, Situationen oder Dingen zuordnen kannst.
  • Dein Kind nutzt gleichzeitig Gesten wie das Zeigen mit dem Zeigefinger und dem Wort „da“.

13. bis 15. Monat: Wortbedeutung

  • Das Verständnis für die Bedeutung von Worten entwickelt sich weiter.

12. bis 18. Monat: Einwortsätze

  • Die ersten Einwortsätze werden gebildet
  • Dein Kind lallt weniger und baut langsam einen Wortschatz von 15 bis 50 Wörtern auf.

18. bis 24. Monat: Zweiwortsätze

  • Zweiwortsätze entstehen
  • Dein Kind stellt erste Fragen
  • Die Grammatik muss noch nicht korrekt sein
  • Der Wortschatz beträgt im Durchschnitt bis zu 300 Wörter.

Im dritten Lebensjahr:

  • Die Sätze werden komplexer und enthalten mehr Wörter.
  • Dein Kind beginnt Ein- und Mehrzahl zu verwenden.
  • Der Wortschatz wächst auf bis zu 1000 Wörter.

Ende des vierten Lebensjahres:

  • Bei vielen Kindern ist die Sprache jetzt in ihren Grundzügen entwickelt.
  • Wörter und Grammatik werden überwiegend korrekt benutzt
  • Der Wortschatz umfasst bis zu 2000 Wörter.

Wer sind die Late Talker?

Die wichtigste Voraussetzung für den Spracherwerb ist das intakte Gehör.

Hört ein Kind im zweiten Lebenshalbjahr auf zu lallen und bildet keine neuen Laute, liegt der Verdacht auf eine Hörstörung nahe. Denn jetzt ist die Anregung und das Beispiel von außen notwendig, um die Sprache weiterzuentwickeln.

Bemerkst du ab dem 6. oder 7. Monat Auffälligkeiten, helfen der Kinderarzt und der auf Kinder spezialisierte HNO-Arzt (Pädaudiologe) weiter.

Andere Kinder entwickeln sich zunächst im Rahmen der Meilensteine, benutzen aber an ihrem zweiten Geburtstag weniger als 50 verschiedene Wörter.

Circa 20 Prozent der Kinder gehören zu den sogenannten Late Talkern.

Auch hier erfolgt zunächst ein Hörtest, um zum Beispiel Ergüsse im Mittelohr festzustellen, die alle Laute von außen dämpfen. Bei der Kindervorsorgeuntersuchung U7 schaut sich der Kinderarzt an, wie viel dein Kind spricht und ob eine Hörstörung vorliegen könnte.

Sind die Ohren in Ordnung, kann dein Kind auch ein Late Bloomer (Spätzünder) sein. Ungefähr 10 Prozent der Kinder gehören dazu und haben bis zum dritten Geburtstag an Wortschatz und Sprachvermögen aufgeholt.

Ist die Satzbildung auch im fünften Lebensjahr noch fehlerhaft oder der Wortschatz sehr klein, kann es sich um eine Spracherwerbsstörung handeln. Jetzt kann der Kinderarzt dein Kind zu einem Logopäden überweisen, um die Sprache vor dem Schulbeginn so gut wie möglich zu fördern.

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Tipps für Eltern: So hilfst du deinem Kind bei der Sprachentwicklung

Sprache ist Beziehung und du kannst ganz viel tun, um dein Kind beim Sprechenlernen sinnvoll zu begleiten, ohne es zu drängen. Der Sprachbaum zeigt, wie viele unterschiedliche Dinge beim Erlernen der Sprache einen wichtigen Einfluss haben.

Sprich vom ersten Tag an viel mit deinem Baby. In den ersten Monaten ist der Inhalt egal, aber Laute und Sprachmelodie sind wichtig.

Schau dein Kind an beim Sprechen. Es schaut sich schon früh viel von deiner Mundmotorik ab. Es hilft nicht, neben dem Baby am Telefon zu hängen. Kinder brauchen die Zuwendung zum Erlernen der Sprache.

Babysprache solltest du nur in den ersten Lebensmonaten in der Lallperiode verwenden. Versuche einmal, dich mit deiner Tochter oder deinem Sohn in seiner Sprache zu unterhalten und übertreibe dabei ruhig. Ihr werdet bestimmt Spaß zusammen haben.

Bereits mit drei Monaten haben Säuglinge Spaß an Reimen und Fingerspielen. Baue diese Spiele täglich in euren Alltag ein und fördere unkompliziert die Sprachentwicklung deines Kindes durch Rhythmus und Wiederholung.

Später wiederholst du die Sätze deines Kindes korrekt, ohne es dabei direkt zu verbessern. Also sagt es zum Beispiel „Ella Pielplatz gehen!“ sagst du „Ah, du möchtest auf den Spielplatz gehen!“.

Auch tägliches Vorlesen ist wichtig, selbst wenn dein Kind noch nicht alle Inhalte versteht. Schaut zusammen Bücher an, benennt die Dinge und Formen.

Hört gemeinsam Musik und singt zusammen. Ihr könnt auch in eine Musikgruppe mit anderen Kindern gehen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema: Ab wann sprechen Kinder?

Warum spricht mein Kind mit 3 Jahren noch nicht?

Mögliche Hindernisse sind zum Beispiel vergrößerte Adenoide (Polypen), die Paukenergüsse im Mittelohr zur Folge haben. Dadurch hört dein Kind nur sehr undeutlich.

Vielleicht liegt auch eine Störung der Mundmotorik vor. Dann hat dein Kind wahrscheinlich auch Probleme beim Essen und Trinken.

Oder dein Kind befindet sich im Autismusspektrum. Dann sind aber in der Regel auch weitere Symptome zu beobachten, wie Lärmempfindlichkeit, Verständnisschwierigkeiten und Probleme in der Interaktion mit den Mitmenschen.

Euer Kinderarzt wird weitere Untersuchungen planen und euch auf dem Weg zum Sprechen begleiten.

Was ist selektiver Mutismus?

Manchmal ist mit der Mundmotorik und dem Gehör alles in Ordnung, dein Kind spricht zu Hause völlig normal, aber im Kindergarten kommt kein einziges Wort.

Kinderärzte sprechen hier von selektivem Mutismus.

Diese besondere Form der Sprachentwicklungsverzögerung ist die Unfähigkeit, in spezifischen sozialen Situationen oder mit bestimmten Personen zu sprechen. Dem liegt zumeist keine einzelne Ursache Zugrunde, sondern viele verschiedene Faktoren.

Schweigt dein Kind länger als vier Wochen auf diese selektive Weise, ohne dass ein Trauma erkenntlich ist oder eine körperliche Erkrankung, sprich bitte mit eurem Kinderarzt. Eine frühzeitige logopädische Therapie ist sehr wichtig.

Sprechen Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, später?

Lange Zeit wurde angenommen, dass alle Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, auch erst spät mit dem Sprechen anfangen. Diese Theorie bestätigt sich nicht bei allen Kindern. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, egal ob es eine oder mehrere Sprachen lernt.

Wichtig ist aber eine gute Trennung der Sprachen. Also Mama spricht die eine Sprache, Papa die andere. Oder es gibt eine Sprache zu Hause und eine im Umfeld, bspw. in der Kita.

Selbst nach Mahlzeiten kann man die Sprachen organisieren. Und wenn Kinder am Anfang verschiedene Sprachen in einem Satz mischen, ist das kein Problem. Statt dein Kind zu korrigieren, sprich einfach konstant eine Sprache richtig vor.

Meine Erfahrungen als Kinderärztin mit der Sprachentwicklung

Lass dich nicht verunsichern, wenn dein Kind später anfängt zu sprechen als seine Freunde oder einen kleineren Wortschatz hat.

Solange beim Hören und Sehen keine Einschränkungen bestehen und deine Tochter oder dein Sohn sich auch sonst normal entwickelt, kommt das Sprechen zu seiner Zeit.

Und frechen Sprüchen aus dem Umfeld würde ich immer mit „er/sie spricht eben nicht mit jedem“ begegnen.

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Kommentare

Meine Tochter ist relativ spät mit dem Sprechen lernen. Daher ist es gut zu wissen, dass die zeitlichen Erwartungen nur zur Orientierung da sind. Ich werde trotzdem einen Termin in einer Praxis für Kinderheilkunde machen.


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