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Schutz für kleine Kinderfüße?

Krabbelschuhe-Test v. Öko-Test: Krebserregend & allergieauslösend!

Zuletzt aktualisiert

10. Mai 2024

Kategorie

Testberichte

Krabbelschuhe-Test

Niedlich, praktisch und gut für kleine Kinderfüße: Krabbelschuhe mit weicher und rutschhemmender Sohle sind bei Eltern ausgesprochen beliebt. Schließlich schützen die Babyschühchen die zarten Kinderfüße, geben ihnen Halt auf glattem Untergrund und lassen ihnen dennoch genug Freiraum für eine gesunde Entwicklung.

So weit, so gut. Doch die schicken und farbenfrohen Krabbelschuhe haben es in puncto Schadstoffe leider in sich – in zahlreichen Fällen zumindest.

Das hat Öko-Test jetzt im Krabbelschuhe-Test in der aktuellen Februar-Ausgabe des Verbrauchermagazins herausgefunden.

Der Krabbelschuhe-Test: die Ergebnisse im Überblick

Testergebnis: „sehr gut“

Testergebnis: „gut“

  • Pantolinos Krabbelschuhe Einhorn*, purpur
  • Pikfine Krabbelschuhe Mio, malve
  • Alana Soft-Lederschuhe, rot/beige mit Schleife – DM (online nicht erhältlich)
  • Beauty Baby Krabbelschuhe, blau mit Frosch – Müller Drogeriemarkt (online nicht erhältlich)

Testergebnis: „mangelhaft“

  • Hobea-Germany Babyschuhe, Anker auf dunkelblau

Testergebnis: „ungenügend“

  • En Fant Leder-Krabbelschuhe, dunkelblau mit Stern – Brands4kids
  • Hans Natur Krabbelschuhe, terra
  • IceUnicorn Krabbelschuhe, schwarz mit Tiger – eVatmaster Consulting
  • Juicy Bumbles Krabbelschuhe, grün mit Tiger – Norwood Six
  • Orangenkinder Krabbelschuhe, Bärnie Honigbär
  • Robeez Hausschuhe, marine/rot mit Feuerwehr-Motiv

Schwermetalle, Weichmacher & Farbstoffe in Krabbelschuhen aus Leder

Auf den Prüfstand hat Öko-Test insgesamt zwölf verschiedene Krabbelschuh-Paare gestellt, allesamt aus Leder. Sie stammten aus dem stationären ebenso wie aus dem Online-Versandhandel. Die Preise für die Kinderschuhe variierten zwischen rund 22 Euro und rund 46 Euro.

In den beauftragten Laboren wurden die Babyschuhe auf den Gehalt an verschiedenen Problemstoffen hin untersucht, wie sie typischerweise in Lederprodukten vorkommen können. Dazu zählten Schwermetalle – insbesondere Chrom –, aber auch Konservierungsmittel, Weichmacher, Formaldehyd und weitere schädliche Substanzen.

Im Fokus standen nicht zuletzt verbotene Azofarbstoffe sowie der als krebsverdächtig eingestufte Farbstoffbestandteil Anilin.

Testsieger: Nur einmal gibt’s ein „sehr gut“

Das Ergebnis von Öko-Test ist deprimierend. Jedes zweite Paar Schuhe fällt im Test komplett durch.

Sechs Produkte erhalten die schlechteste Note „ungenügend“, einmal vergibt Öko-Test ein „mangelhaft“.

Lediglich vier Hersteller erhalten für ihre Babyschuhe die Gesamtnote „gut“ und nur ein einziges Paar wurde mit „sehr gut“ ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um die Krabbelschuhe von People Wear Organic.

Schadstoffe: Jedes zweite Paar fällt durch

Ausschlaggebend für die zahlreichen schlechten Bewertungen ist nach Angaben von Öko-Test die hohe Schadstoffbelastung.

In sechs von zwölf Krabbelschuhen wurde das krebsverdächtige Anilin gefunden – ein Farbstoffbestandteil, der in der Europäischen Union mit einem strengen Grenzwert belegt ist.

Allerdings, so bemängelt Öko-Test, gelte dieser Wert lediglich für Leder und Stoffe in Kinderspielzeug, nicht aber in Krabbelschuhen oder Baby-Spuktüchern.

Und diese Gesetzeslücke nutzten offensichtlich zahlreiche Hersteller aus. Die in den beauftragten Laboren ermittelten Werte lagen demnach nicht selten um ein Vielfaches höher als es der Spielzeug-Grenzwert erlaubt.

Das geht gar nicht, sagt Öko-Test. Denn allein die Tatsache, dass Krabbelschuhe offiziell nicht als Kinderspielzeug gelten, hindere die Kleinsten nun einmal leider nicht daran, ihr „Schuhwerk“ auch mal in den Mund zu nehmen.

Krebserregend: Chromat in Krabbelschuhen

In einem Paar Krabbelschuhe, denen von Juicy Bumbles, wurde lösliches Chromat (Chrom VI) nachgewiesen, eine krebserregende Substanz, die beim Gerben von Leder mit Chromsalzen entsteht.

Zwar lag der Gehalt an Chromat in den Krabbelschuhen unterhalb des zulässigen Grenzwertes, Abzüge in der Bewertung gab es dafür aber trotzdem.

Darüber hinaus war bei diesen Schuhen der Gehalt an Formaldehyd stark erhöht, außerdem enthielten sie – wie drei weitere „ungenügende“ Paare – halogenorganische Verbindungen; das betraf die Marken IceUnicorn, Orangenkinder und Robeez.

In vier weiteren Babyschuhen fanden die Labore lösliches Chrom. Davon betroffen waren die Produkte IceUnicorn, Robeez, Hobea-Germany und En Fant. Auch hierfür gab es Abzüge.

Denn grundsätzlich seien chromfrei gegerbte Produkte stets die bessere Wahl. Das gelte nicht nur aufgrund der Gefahr von Allergien. Die Chromgerbung könne mitunter sehr umweltschädlich sein, so Öko-Test.

Nicht zuletzt konnten die Labore in zahlreichen Schuhen diverse Konservierungsmittel nachweisen, darunter das allergieauslösende Octylisothiazolinon (OIT). Bis auf ein Paar (Hobea-Germany) färbten zudem alle Babyschuhe mehr oder weniger ab.

Es geht auch anders: chromfrei gegerbtes Leder

Als einziges Produkt erhielten die Babyschuhe von People Wear Organic die Bestnote „sehr gut“. Sie sind damit eindeutiger Testsieger.

Mit „gut“ bewertetet wurden darüber hinaus die Alana-Lederschuhe und die Krabbelschuhe der Marken Beauty Baby, Pantolinos und Pikfine.

Diese vier Produkte sowie die Orangenkinder Krabbelschuhe tragen zudem die Zertifizierung IVN-Naturleder, ein Siegel des Internationalen Verbandes der Naturtextil-Wirtschaft (IVN). Voraussetzung dafür ist chromfrei gegerbtes Leder.

Krabbelschuhe-Test: Das raten Experten

  • Solange der Nachwuchs noch nicht sicher auf beiden Beinen steht und draußen herumläuft, braucht er keine festen Schuhe.
  • Zu Hause barfuß laufen ist für die gesunde Entwicklung der Füße am besten.
  • Krabbelschuhe oder Stoppersocken sind gute Alternativen.
  • Die im Test mit „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten schadstofffreien Krabbelschuhe sind für Kinder empfehlenswert.
  • Das IVN-Siegel hilft dabei, Babyschuhe aus chromfrei gegerbtem Leder zu finden.

Reaktionen der Hersteller

Stellungnahme Orangenkinder


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