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Ersatz für die Pille?

Zyklus-Apps-Test (Stiftung Warentest): Viel zu unsicher!

Autor

Dana Höfke + geprüft von Mathias Maier

Zuletzt aktualisiert

26. Oktober 2023

Kategorie

Testberichte

Zyklus-Apps-Test

Wenn eine Frau ihre fruchtbaren Tage genau kennt, kann das aus sehr unterschiedlichen Gründen für die Familienplanung wertvoll sein.

Sie nutzt entweder die fruchtbaren Tage mit ihrem Partner, weil sie schwanger werden möchte. Oder sie meidet an diesen Tagen den Geschlechtsverkehr, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Zyklus-Apps werden als Instrument angeboten, mit denen Frauen ihre fruchtbaren Tage erkennen können. Gut sind sie aber nur dann, wenn sie verlässlich sind. Das sind aber längst nicht alle, zeigt ein Test der Stiftung Warentest.

Testsieger in diesem Zyklus-Apps-Test wurde bei den iOS-Apps MyNFP. Bei den Android-Apps teilten sich Lady Cycle und MyNFP den Testsieg.

Zyklus-Apps-Test: Die besten Zyklus-Apps im Überblick

Zyklus-Apps für iOS

Testergebnis: „befriedigend“

Testergebnis: „ausreichend“

  • Drip (Note: 4,4)
  • Ovy (Note: 4,4)

Testergebnis: „mangelhaft“

  • Eisprungkalender (Note: 5,4)
  • Femometer (Note: 5,5)
  • Flo (Note: 5,5)
  • Menstruations-Kalender (Note: 5,5)
  • Premom (Note: 5,5)

Zyklus-Apps für Android

Testergebnis: „befriedigend“

Testergebnis: „ausreichend“

  • Drip (Note: 4,4)
  • Ovy (Note: 4,4)
  • OvuView (Note: 4,5)

Testergebnis: „mangelhaft“

  • Eisprungkalender (Note: 5,4)
  • Femometer (Note: 5,5)

Die Bestnote ist nur ein „befriedigend“

Nicht eine Zyklus-App wurde mit der Gesamtnote „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. „Befriedigend“ war damit die Bestnote. Stiftung Warentest kann aber die besten 5 Perioden-Apps im Test mit Einschränkungen empfehlen.

Alle mit „befriedigend“ bewerteten Apps sind zum Verhüten und bei Kinderwunsch geeignet.

Für 11 der 21 untersuchten Apps gab es dagegen die Gesamtnote „mangelhaft“ und jede dieser Apps schloss auch mangelhaft beim Versuch ab, die fruchtbaren Tage einer Frau zu bestimmen. Ihnen solltest du also nicht vertrauen.

Zyklus-Apps-Test: die Testkriterien

Gute Apps setzten auf die symptothermale Methode

Die Zykluskalender-Apps im Test setzen auf zwei unterschiedliche Methoden, um fruchtbare Tage einer Frau zu bestimmen. Gute Zyklus Apps ermitteln sie aus der Basaltemperatur und der Konsistenz des Zervix-Schleims. Dies nennt man auch symptothermale Methode.

Andere Apps funktionieren rein mathematisch. Sie gehen davon aus, dass eine Frau exakt alle 28 Tage ihre Periode bekommt und in der Mitte dieser 28 Tage ihren Eisprung hat. In der Theorie ist das so. Praktisch kann der tatsächliche Zyklus aber deutlich abweichen.

Eine Zyklus-App, die sich an den theoretischen Zeitwerten orientiert, ist deshalb zwangsläufig ungenau. Und genau das ist das Problem der mit mangelhaft bewerteten Apps.

So gibt beispielsweise die App Menstruations-Kalender auf Grundlage derzeitiger Daten über Monate im Voraus eine Schwangerschaftsmöglichkeit an. Stiftung Warentest nennt diese Ergebnisse unseriös.

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Zuletzt aktualisiert am 23. Mai 2024 um 0:38 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr. / *Affiliate Link, Werbung

Infos zur symptothermalen Methode

Für die symptothermale Methode messen Frauen morgens ihre Basaltemperatur (Aufwachtemperatur). Sie ist nach dem Eisprung bis zur kommenden Menstruation erhöht. Sie beurteilen darüber hinaus die Konsistenz des Zervixschleims.

Er entsteht in Drüsen im Gebärmutterhals und macht den Eingang zur Gebärmutter an unfruchtbaren Tagen als Pfropf für Spermien unpassierbar. Während der fruchtbaren Tage wird er allerdings durchlässig.

Ein gewisses Problem existiert bei dieser Methode: Die Apps funktionieren nur so gut wie die Messung. Sind die Messwerte verfälscht, verfälscht das auch das Ergebnis.

Nutzerfreundlich sind die meisten Apps

Bei der Nutzerfreundlichkeit schneiden viele Zyklus Apps im Test gut ab. Einzig der Menstruations-Kalender erhielt nur ein „ausreichend“ aufgrund mangelnder Transparenz des Anbieters.

Zu den Bewertungskriterien beim Basisschutz gehörten die Anzahl der erfassten Daten bei einer Registrierung, der Schutz des Nutzungskontos und die Datenübertragung.

Einen sehr guten Basisschutz bietet die Zyklus-App Drip, die als Gesamturteil aber nur ein „ausreichend“ erhielt.

Einen befriedigten Basisschutz bei befriedigender Gesamtnote gibt es dagegen bei den Zyklus-Apps Ovulation und Lady Cycle.

Bei Lady Cycle ist es beispielsweise möglich, die App ohne Online-Konto zu benutzen und die Daten ausschließlich auf dem eigenen Smartphone zu speichern.

Die MyNFP-APP schneidet hier nur „ausreichend“ ab. Sie erlaubte u.a. das Anlegen unsicherer Passwörter.

Was ist bei der Auswahl von Perioden-Apps noch wichtig?

Perioden-App & Zykluskalender

Neben den Kriterien Verlässlichkeit, Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz, können weitere Funktionen eine Rolle bei der Auswahl einer guten App für Zyklus und Eisprung spielen.

Wichtig kann etwa die Frage werden, ob eine Internetverbindung für die Zyklus-App nötig ist. Manche der Zyklus-Apps aus dem Vergleich funktionieren auch offline. Möglich ist das zum Beispiel bei der App Ovulation.

Ebenfalls wichtig: Ist eine Datensicherung und -wiederherstellung bei der App möglich? Die Frage lässt sich unter anderem bei den mit „befriedigend“ bewerteten Apps mit einem „ja“ beantworten.

Die Dokumentation von zyklusabhängigen Beschwerden in der App empfinden viele Frauen als hilfreich. Dies ist bei den „befriedigenden“ Apps Ovolution, Lady Cycle und MyNFP möglich.

Bleibt die Frage: Gibt es auch eine gute kostenlose Zyklus-App? Ja. Die Android-App Lady Cycle ist kostenlos erhältlich.

Fazit zum Zyklus-Apps-Test

Die Kenntnis der eigenen fruchtbaren Tage ist für Frauen insbesondere für die Familienplanung wichtig. Während einige Frauen eine Schwangerschaft wünschen, möchten andere sie vermeiden.

In diesem Kontext bieten Perioden-Apps eine moderne Lösung zur Überwachung der Fruchtbarkeit, wobei ihre Zuverlässigkeit von entscheidender Bedeutung ist.

Der Test der Stiftung Warentest zeigte eine erhebliche Variabilität in der Qualität dieser Apps.

Einige, wie MyNFP und Lady Cycle, wurden aufgrund der symptothermale Methode, die sowohl die Basaltemperatur als auch die Konsistenz des Zervixschleims berücksichtigt, positiv bewertet.

Dagegen haben viele Apps, die auf standardisierten, theoretischen Zyklen basieren, in der Realität versagt.

Zudem bieten die besseren Apps einen großen Mehrwert. Sie unterstützen dich bei der natürlichen Familienplanung (NFP).

Du lernst durch natürliche Familienplanung, deinen Körper und deine Fruchtbarkeitssignale besser zu verstehen, was dir ein Gefühl der Kontrolle gibt.

Diese Methode bietet dir Flexibilität, indem du deine fruchtbaren Tage zur Verhütung oder gezielten Familienplanung nutzen kannst, ohne auf hormonelle Mittel wie die Pille angewiesen zu sein.

Indem du Körpersignale wie Basaltemperatur und Zervixschleim beobachtest, entwickelst du ein tiefes Bewusstsein für deinen Körper. Allerdings ist es wichtig, sich gründlich in die Methode einzuarbeiten.


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