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Eltern und Kind: Ein lebenslanger Bund

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Kaum etwas ist so emotional und so kompliziert wie die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Dabei sind die ersten Monate nach der Geburt von größter Bedeutung. Psychologen sprechen vom Bonding, der Bindungsphase.

Bonding: Das emotionale Band

In den ersten Wochen nach der Geburt ist der Säugling weitestgehend hilflos. Er benötigt permanent Schutz und Betreuung. In dieser Zeit stellt das sogenannte Bonding das Urvertrauen zwischen Baby und Eltern her.

Der Begriff wurde 1950 erstmals in den USA von Erik H. Erikson als „Basic Trust“ eingeführt und auf Deutsch als Urvertrauen übersetzt. Gemeint war damit die Fähigkeit des Säuglings, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wem er vertrauen kann.

Fehlt dieses Urvertrauen, wird es dem erwachsenen Menschen später schwer fallen, anderen Menschen zu vertrauen. Andere neigen zur Überkompensation in Form einer naiven Vertrauensseligkeit. In beiden Fällen führt das fehlende Urvertrauen zu lebenslangen psychologischen Beschwerden.

Um dies zu vermeiden, sollten sich Eltern von Anfang an darum bemühen, eine enge emotionale Bindung zum Baby aufzubauen. Bonding erfolgt zum größten Teil instinktiv. Jede Mutter spürt sofort, wenn ihr neugeborenes Kind nach Wärme und Liebe verlangt. Auch moderne Väter haben zunehmend gelernt, die Signale ihrer Babys zu erkennen und zu verstehen. Intensives Bonding stärkt das Sicherheitsgefühl des Babys und lässt es zu einem selbstbewussten Kind heranreifen.

Bonding geht immer

Manche Frauen fürchten, dass ein Kaiserschnitt den Bund zwischen Mutter und Kind beeinträchtigen könnte. Diese Befürchtungen wurden jedoch bereits in mehreren Studien widerlegt. Heute ist es üblich, dass der Kaiserschnitt unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Die Mutter ist bei Bewusstsein und kann direkt nach der Geburt den Hautkontakt zum neugeborenen Säugling herstellen.

Etwas schwieriger gestaltet sich Bonding nach einer Frühgeburt, wenn das Kind noch längere Zeit im Brutkasten verweilen muss. Hier hat sich in den letzten Jahren das sogenannte Känguruhen als hilfreiches Mittel erwiesen. Dabei dürfen die Frühchen den Inkubator eine Weile verlassen und auf der nackten Haut von Mama liegen, geborgen wie im Beutel eines Känguruhs.

Schweres Bonding nach Wochenbettdepression

Bis zu 15 Prozent der Mütter entwickeln nach der Entbindung eine postpartale Depression (Wochenbettdepression), die bis zu vier Wochen anhalten kann. Wichtig für erfolgreiches Bonding ist in diesem Fall eine frühe Diagnose und psychologische Hilfe für die Mutter. Mittlerweile gibt es immer mehr entsprechende Hilfsangebote, mit denen Mütter dieses Tief wieder überwinden und die fehlende Zeit mit dem Säugling nachholen können. Denn für Liebe ist es nie zu spät.

Beitragsbild: © depositphotos / logoboom

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