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Kinderplanschbecken Kauftipp: Schadstoffe meiden – bedenkenlos baden

Kinderplantschbecken, Badewanne

Die ersten wirklich warmen Tage dieses Frühsommers haben uns gerade erreicht. In den Freibädern ist einigen das Wasser noch zu kalt, die Lust der Kinder auf fröhliches Planschen und Wasserschlachten aber groß. In den Gärten vieler Familien hat deshalb die Badesaison begonnen und es werden überall Kinderplanschbecken aufgeblasen. Leider vergisst man dabei, wie schadstoffbelastet diese Planschbecken sein können.

Kinderplanschbecken: Öko-Test mit vernichtendem Urteil

In den Jahren 2002, 2006, 2009 und 2014 hat das Verbrauchermagazin Öko-Test bereits Kinderplanschbecken getestet und festgestellt, dass die meisten überprüften Modelle wahre Schadstoffbomben sind.

In den Tests von 2002 und 2006 waren vor allem Phthalate, die das umweltbelastende PVC der Planschbecken elastisch machen, für die schlechten Ergebnisse verantwortlich. Diese Weichmacher dünsten aus und können über die Mundschleimhaut und Haut von Babys und Kinder in den Körper gelangen. Teilweise wirken sie hormonell.

Seit 2005 wurden die Grenzwerte für die Weichmacher drastisch verschärft. Von BBP, DBP, DEHP (alle sind fortpflanzungsgefährdend) darf nicht mehr als ein Gramm pro Kilogramm in Spielzeug und Babyartikeln vorkommen. Derselbe Grenzwert gilt für DIDP, DINP und DNOP in Babyartikeln und Spielzeug, die von Kindern in den Mund genommen werden können.

Im Test 2009 waren deshalb nicht mehr Phthalate der Hauptgrund für die unterirdischen Ergebnisse, dafür sorgten dann aber polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen manche krebserregend sind, für fast durchweg schlechte Testergebnisse.

„Anbieter von Planschbecken aus weichem Kunststoff sind offensichtlich unfähig, schadstofffreie Kinderprodukte zu verkaufen.“ (Öko-Test, 07/2014)

Im aktuellsten Test von 2014 wurden wiederum in 14 von 16 überprüften Kinderplanschbecken Schadstoffe dokumentiert. Die Tester fanden bspw. in den Kinderplanschbecken Wehnke Fix-Planschbecken Afrika, Nabaiji Planschbecken Tidipool orange, Splash and Play Fast-Set Pool, Its Imagical Babypool Pop-Up & Parasol und Quadro Pool klein erhöhte Phthalatgehalte. Weiterhin kamen in 13 von 16 Planschbecken polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zum Einsatz.

Im Hello Kitty Planschbecken mit 3 Ringen, den Planschbecken Happy People Oktonauten Pool, rosa, Nabaiji Planschbecken Tidipool orange, Simba Filly Ring Pool und dem Wehnke Planschbecken WFF wurde zudem Isophoron nachgewiesen, ein Lösungsmittel, das die Atmungsorgane, Haut und Augen reizt und zudem krebserzeugend sein könnte.

Kinderplanschbecken Kauftipp: Planschbecken aus Hartplastik

ElternKindTipps-Empfehlung: Von Öko-Test überprüfte Kinderplanschbecken kaufen.

Die Tests von Öko-Test haben gezeigt, dass es auch ohne Schadstoffe geht. Die Lösung: Statt zu aufblasbaren Planschbecken, sollte man lieber zu Kinderplanschbecken aus Hartplastik greifen. In den Tests von 2009 wie 2014 waren jeweils Wassermuscheln aus Hartplastik mit einem „sehr gut“ Testsieger. 2009 konnten die BIG Sand- und Wassermuschel* sowie das Sand- und Wasserschiff von Vedes* überzeugen. 2014 erzielte die Sand- und Wassermuschel „Beach Bee“*, rot, von KHW die besten Ergebnisse.

Gibt es Alternativen zum Kinderplanschbecken?

Für Babys und Kleinkinder kann man die Stokke Flexi Bath* Babybadewanne nutzen. Sie ist zusammenklappbar und lässt sich daher problemlos verstauen. Öko-Test fand zudem keine problematischen Inhaltsstoffe. Sie misst 66,5 x 38,9 x 23,8 cm und ist für eine Abkühlung absolut ausreichend.

Kinder lieben es, einfach nur mit dem Gartenschlauch herumzuspritzen. Hier sollte man aber darauf achten, abgestandenes Wasser erst einmal ablaufen zu lassen. Gerade bei Sommerhitze lösen sich aus dem PVC und Kautschuk der Schläuche Schadstoffe wie Weichmacher oder PAK und gehen ins Wasser über.

Sicherheit beim baden

Kinder sollten selbst in flachen Kinderplanschbecken nie unbeobachtet bleiben. Einen sehr guten Überblick über mögliche Gefahrenquellen und Unfallvermeidung bietet der Flyer „Planschen. Baden. Schwimmen. Sicher geht das!“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Beitragsbild: Baby Shower 2 von  Adriano Aurelio Araujo Lizenz: CC BY 2.0

4 Kommentare

  1. Hi, danke für den Beitrag.
    Ist echt erschreckend zu lesen, welche Schadstoffe sich teilweise in Planschbecken befinden, die speziell für Kinder hergestellt werden. Ich persönlich achte immer auf das das TÜV-Prüfzeichen und meide importierte billig-Produkte – könnte mir nie verzeihen können, wenn meine Kinder davon krank werden würden…
    lg, Leszek

  2. Das mit den Schadstoffen ist echt unglaublich eigentlich. Werde ich beim nächsten Kauf definitiv drauf achten. Wir haben aktuell eine Sandmuschel als Planschbecken im Einsatz. Noch reicht uns das aus, da unsere Kleine noch nicht so groß ist. Im nächsten Jahr muss dann aber wahrscheinlich was neues her. Da werde ich auf jeden Fall auf die Hinweise im Artikel achten. Danke.

  3. Suche Planschbecken PVC,-, PAK-frei und frei von Weichmachern für 6 jährige Tochter!
    Wer kann mir weiterhelfen?

  4. Lazik sagt

    Warum nimmt man solche Prudukte nicht vom Markt?
    Ich als Opa von 5 Enkeln bin sehr stark beunruhigt.
    Ausser die kleinen Muschen habe ich keine Alternative oder doch.
    Wer kann helfen.
    Opa Rainer

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